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Schiedsgutachten


Ziel und Aufgabe eines Schiedsgutachtens

Ziel des Schiedsgutachtens ist es, Meinungsverschiedenheiten von Vertragsparteien über den Inhalt, die Auslegung oder die Anpassung eines Vertrags oder die Ausführung eines Auftrags durch einen unabhängigen, unparteiischen und fachlich kompetenten Sachverständigen verbindlich klären zu lassen. Der Gang zum Gericht soll dadurch vermieden werden, bleibt aber unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Die Auswahl und Beauftragung des Schiedsgutachters erfolgt nach der entsprechenden Regelung in der Schiedsgutachtenabrede.

 

Schiedsgutachtenabrede zwischen den betroffenen Parteien

Die Schiedsgutachtenabrede sollte folgende Punkte regeln:

► Beide Parteien beauftragen einvernehmlich die Anfertigung eines Schiedsgutachtens.

► Beide Parteien verpflichten sich, das Ergebnis des Schiedsgutachtens anzuerkennen.

► Die anteilige Übernahme der Begutachtungskosten wird vorab vereinbart.

Die Kostenübernahme kann nach festen Anteilen oder auch in Abhängigkeit vom Ergebnis des   Schiedsgutachtens vereinbart werden.

Die Schiedsgutachtenabrede zwischen den Parteien kann als gesonderte Vereinbarung oder als Klausel in einem Hauptvertrag (=Schiedsgutachtenauftrag) getroffen werden.

 

Schiedsgutachtenauftrag

Der Schiedsgutachtenauftrag ist die vertragliche Vereinbarung unter den Auftraggebern, dass über das Bestehen oder Nichtbestehen eines bestimmten Tatumstandes oder über die Bewertung einer Sache oder Leistung ein Sachverständiger entscheiden und dass sein Spruch für beide Parteien verbindlich sein soll.

Anwendungsbereiche eines Schiedsgutachtens im Bauwesen

Qualitätsbeurteilung von einzelnen Bauleistungen oder von gesamten Bauobjekten.

► Ursachenfeststellung von Schäden an Gebäuden.  Hierbei sind insondere grundstücksübergreifende      Einflüsse wie Wurzelwuchs, Erschütterung und ähnliche Fremdeinwirkungen häufig Inhalt                        von Schiedsgutachten.

Ermittlung des Ausmaßes und Festsetzung der Höhe von Schäden an Gebäuden.

Bewertung von Immobilien als Grundlage für Erbschaftsfragen, die Auseinandersetzung nach                 Ehescheidung, Ermittlung von Miteigentumsanteilen, Entschädigungen für Wohnrechte,                           Durchfahrtsrechte und sonstige Baulasten. 

Klärung von vielen anderen Streitfragen beim Bau, Erwerb oder Verkauf von Immobilien.

Festlegung oder Anpassung der Mieten, des Erbbauzinses oder ähnlicher wiederkehrender                     Leistungen. 

Die Vorteile des Schiedsgutachtens:

Schnelle Klärung strittiger Punkte ohne langwierige gerichtliche Auseinandersetzung.

Ersparnis von zusätzlichen Prozesskosten. 

Hierbei ist zu bedenken, dass die Kosten eines Schiedsgutachtens ohnehin als Bestandteil der Prozesskosten entstehen würden, da auch ein Gericht in der Regel ein entsprechendes Gutachten als Grundlage für eine Entscheidung anfertigen lässt.